In vielen Regionen Europas stehen Böden zunehmend unter Druck: intensive Landwirtschaft, Klimawandel und der Rückgang biologischer Vielfalt führen zu einer schleichenden Verschlechterung ihrer Funktionen. Besonders betroffen ist das Bodenmikrobiom – die unsichtbare, hochkomplexe Gemeinschaft aus Milliarden von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen, die entscheidend dafür sind, dass Böden überhaupt funktionieren. Sie steuern die Zersetzung organischer Stoffe, schließen Nährstoffe auf, stabilisieren Bodenstrukturen, filtern Wasser und schützen Pflanzen vor Krankheitserregern. Wenn dieses Mikrobiom gestört wird, verlieren Böden an Fruchtbarkeit, Wasserhaltevermögen und ökologischem Gleichgewicht. Landwirten fehlen bisher praktikable Methoden, um diese Prozesse zu messen oder gezielt zu nutzen. Das Interreg-Projekt Novel Engineered Resources Targeting Holistic Use of Soil (NERTHUS) entwickelt deshalb neue Ansätze, um Bodenmikrobiome und Bodenfunktionen besser zu verstehen, zu stärken und in die landwirtschaftliche Praxis einzubetten.